Das Quartett

Alles kommt in der wendigen, pointierten, tiefenscharfen und in jedem Moment überaus gespannten Lesart dieser Quartettformation so frisch und mit einer so selbstverständlich wirkenden Leichtigkeit daher, als hätten Johanna Staemmler und Martin Funda (Violine), Teresa Schwamm (Viola) und Peter Philipp Staemmler (Violoncello) Mozart mit der Muttermilch aufgesogen. […] Eine Sternstunde der Mozartinterpretation und des Quartettspiels überhaupt.
Klassik-Heute, November 2019
 
Seit seinem spektakulären Erfolg beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD 2012, bei dem das Armida Quartett mit dem ersten Preis, dem Publikumspreis sowie sechs weiteren Sonderpreisen ausgezeichnet wurde, begann für das junge Berliner Ensemble eine einzigartige Karriere. Nach Konzerten und Rundfunkaufnahmen als BBC New Generation Artists (2014-16) sowie darauf folgend als ECHO Rising Stars (2016/17) haben sich die Musiker:innen als regelmäßige Gäste in den bekanntesten Kammermusiksälen Europas, Asiens und der USA etabliert. Neben wiederholten Auftritten bei europäischen Festivals wie beispielsweise den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Rheingau Musik Festival feierte das Quartett unter anderem im Concertgebouw Amsterdam, in der Berliner Philharmonie sowie in der Londoner Wigmore Hall große Erfolge.
 
Geschätzt für ihr musikalisches Miteinander, das sich durch feinste Abstimmung in Klang und Timing sowie den gemeinsamen Atem zeigt, unterstreichen die Musiker:innen auch mit der Auswahl des Ensemblenamens ihr Bekenntnis zum Quartettspiel: Armida verweist auf eine Oper des als „Vater des Streichquartetts“ geltenden Komponisten Joseph Haydn. Das Studium erfolgte bei ehemaligen Mitgliedern des Artemis Quartetts sowie bei Rainer Schmidt (Hagen Quartett); weitere wichtige Impulse verdanken sie unter anderem Reinhard Goebel, Alfred Brendel, Marek Janowski und Tabea Zimmermann.
 
Zu den Höhepunkten der Saison 2021/22 gehört die Uraufführung von Brett Deans Madame ma bonne soeur für Quartett und Mezzosopran mit der Sängerin Lotte Betts-Dean beim Festspielherbst Mecklenburg-Vorpommern. Als diesjährige Künstlerische Leitung ist das Armida Quartett auch an weiteren Konzerten der dortigen Festspielsaison beteiligt, unter anderem im Zusammenspiel mit Kit Armstrong, Benjamin Appl, Pauline Sachse, Eckart Runge, Brett Dean und Johannes Fischer. Darüber hinaus wird das Ensemble unter anderem bei der Schubertiade Hohenems und den Thüringer Bachwochen sowie in der Alten Oper Frankfurt und in der Queens Hall Edinburgh zu hören sein.
 
Einen besonderen Schwerpunkt legt das Armida Quartett auf das Werk Wolfgang Amadeus Mozarts. Das jüngst erschienene dritte Album der momentan entstehenden Gesamteinspielung seiner Streichquartette für CAvi Records wurde als „musikalisch hinreißend und klangtechnisch (…) mustergültig“ hervorgehoben und als wegweisend für die Mozart-Interpretation im 21. Jahrhundert beschrieben (Klassik Heute 1/2021). Seiner Leidenschaft für Mozart geht das Ensemble unter anderem in der eigenen Konzertreihe „Mozart Exploded“ nach, in der in Berlin über mehrere Jahre hinweg sämtliche Streichquartette des Komponisten mit Meisterwerken der zeitgenössischen Musik kombiniert und teils auch in experimentellen Konzertformaten präsentiert werden. Auch in New York wurde die Reihe bereits begeistert aufgenommen. Darüber hinaus kooperieren die jungen Musiker:innen seit 2016 mit dem G. Henle Verlag, für den sie als musikalische Berater:innen der Neuedition sämtlicher Mozartquartette tätig sind und dabei auch ihre erarbeiteten Fingersätze und Striche für die Henle Library App bereitstellen. Damit begibt sich das Quartett nicht nur an die Spitze neuester technischer Entwicklungen, sondern tritt auch für eine engere Zusammenarbeit zwischen ausführenden Künstler:innen und Musikwissenschaftler:innen ein.
 
Ob in seinen kuratierenden Funktionen oder auf der Bühne – die Zusammenarbeit mit anderen Künstler:innen ist dem Armida Quartett ein großes Anliegen. Eine besondere Verbindung besteht zu dem serbischen Komponisten Marko Nikodijević, dessen Erstes und Zweites Streichquartett sie bereits zur Uraufführung brachten. Inzwischen gehören aber auch Musiker:innen wie Thomas Hampson, Martin Fröst, Tabea Zimmermann, Jörg Widmann, Julian Steckel, Sabine Meyer und Daniel Müller-Schott zu ihren regelmäßigen Partner:innen. Darüber hinaus gibt das Ensemble Meisterkurse im In- und Ausland und engagiert sich für soziale und pädagogische Einrichtungen, unter anderem für Initiativen wie Rhapsody in School und Yehudi Menuhin Live Music Now.
 
Die Diskografie des Quartetts umfasst neben den bereits erschienenen drei Alben mit Streichquartetten von Mozart auch die 2013 veröffentlichte Debüt-CD mit Werken von Béla Bartók, György Ligeti und György Kurtág (CAvi), die in die Bestenliste des Deutschen Schallplattenpreises aufgenommen wurde. Ebenfalls bei CAvi erschien 2016 eine Aufnahme mit Werken von Beethoven und Schostakowitsch, 2017 folgte Fuga Magna mit Werken von Scarlatti, Bach, Goldberg, Mozart und Beethoven. Zudem wirkte das Quartett an verschiedenen Kompilationen zeitgenössischer Werke u.a. von Samy Moussa, Ursula Mamlok, Birke J. Bertelsmeier und Milica Djordjević mit.
Saison 2021/22
 
Wir bitten Sie, diese Biografie unverändert abzudrucken. Auslassungen und Veränderungen sind nur nach Rücksprache mit dem Management gestattet.